Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun

Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun

* 16. April 1755     † 30. März 1842

 

http://www.ambafrance-uk.org/IMG/jpg_vigy_e-lebrun_640.jpgDie bekannte französische Malerin wurde am 16. April 1755 in Paris geboren und malte neben Marie Antoinette auch zahlreiche andere europäische Adlige. Die Tochter des Malers Louis Vigée und der Friseurin Jeanne Maissin wurde von ihren Eltern im Alter von drei Monaten zu Bauern nach Épernon nahe Chartres geschickt. Dort verblieb sie fünf Jahre, kehrte nach Paris zurück, wo sie im Jahre 1760 in das Klosterinternat Couvent de la Trinité in der Rue de Charonne untergebracht wurde.

Bis 1767 blieb Vigée im Klosterinternat, lebte dann wieder bei ihren Eltern, wo ihr Vater ihr zeichnerischen Talent förderte. Als dieser am 9. Mai starb, wurde sie zunächst von Gabriel Briard, Mitglied der „Académie royale de peinture et de sculpture“, unterrichtet, später dann von Claude Joseph Vernet. Noch im selben Jahr heiratete ihre Mutter den Goldschmied Jacques-François Le Sèvre.

Bereits im Alter von 15 Jahren verdiente Vigée mit ihren Portraits Geld, allerdings musste sie ihr Atelier 1774 aufgrund fehlender Lizenz schließen. Daraufhin bewarb sie sich bei der Académie de Saint-Luc, die schließlich ihre Bilder ausstellte und ab dem 25. Oktober 1774 Mitglied in der „Académie royale de peinture et de sculpture“.

Nach dem ihr Stiefvater in Ruhestand gegangen war, zog die Familie in eine Wohnung im Hôtel Lebrun in der Rue de Cléry, das dem Maler und Kunsthändler Jean-Baptiste-Pierre Lebrun gehörte. Diesen Maler ehelichte Vigée am 11. Januar 1776 und bald erhielt ihre Karriere weiteren Aufschwung. Schließlich wurden zahlreiche Adlige ihre Auftraggeber und wurde sie 1778 nach Versailles geordert, um ein Portrait von Marie Antoinette anzufertigen. Die Königin war so begeistert, dass Vigée-Lebrun weitere Aufträge von ihr erhielt.

Am 12. Februar 1780 gebar Vigée-Lebrun ihr einziges Kind, Jeanne Julie Louise und sie reiste vom Mai bis Juni 1781 mit ihrem Mann durch Flandern sowie die Niederlande, wo sie Adlige portraitierte und sich vom Zeichenstil hiesiger Künstler inspirieren ließ.

Einige Jahre später, am 31. Mai 1783, wurde die begabte Zeichnerin Vigée-Lebrun als Mitglied der „Königlichen Akademie der Malerei und Skulpturen“ Malerin der historischen Allegorie. Das sie überhaupt ein Mitglied wurde, geschah aufgrund Marie Antoinettes Einfluss, die ihren Mann darum bat, die Akademie zu einer Aufnahme zu zwingen, welche keine Frau aufnehmen wollten.

Als ihr eine Liebschaft mit dem damaligen Finanzminister Calonne nachgesagt wurde, welche 1789 mit einem vermeidlichen Brief als Beweis öffentlich wurde, zog die Vigée-Lebrun zu der Familie des Architekten Brongniart.

Nachdem am 6. Oktober 1789 Versailles gestürmt wurde, floh die Malerin mit ihrer Tochter und deren Gouvernante nach Italien. Im Exil zeichnete sie weiter und ihre Bilder fanden Anklang in der italienischen Aristokratie, so dass sie Anfang April 1790 in die „Accademia di San Luca“ aufgenommen wurde.

Also sie nach Frankreich zurückkehren wollte, stellte sie fest, dass sie ihre französischen Bürgerrechte verloren hatte und sie als Auswanderin gesehen wurde. Selbst die Bitte ihres Mannes konnte dies nicht rückgängig machen, daher blieb Vigée-Lebrun in Italien. Da sie als Royalistin ohnehin in diesen Zeiten in Frankreich gefährdet war, war das wohl eine gute Entscheidung. Zeitgleich war ihr Mann bemüht, das Ansehen seiner Frau zu verbessern und wurde deswegen kurze Zeit inhaftiert. Schließlich war Vigée-Lebrun als Porträtistin in Wien tätig und ließ sich von ihrem Gemahl scheiden, um so seinen Besitz zu retten.

1795 zog Vigée für sechs Jahre in die Nähe von Sankt Petersburg, wo sie ihre Arbeit fortsetzte und sogar von der Zarenfamilie gefördert wurde. Dadurch wuchs ihr Vermögen und sie wurde in die Akademie der Bildenden Künste aufgenommen.

Eine Petition zugunsten von Künstlern, Schriftstellern und Wissenschaftlern ermöglichte es Vigée 1800 nach Frankreich zurückzukehren und sie ihre französischen Bürgerrechte wieder erhielt.

Am 18. Januar 1802, nach kleinen Stopps in Moskau und Berlin, erreichte Vigée Paris, wo sie zunächst wieder im Hôtel Lebrun wohnte und später in ein Landhaus in Meudon zog.

Aufgrund ihrer Expertise als Malerin reiste Vigée durch Europa und wurde sogar in der Schweiz zum Ehrenmitglied der „Société pour l'Avancement des Beaux-Arts“.

Am 7. August 1813 verstarb ihr Ex-Mann, ihre Tochter am 8. Dezember 1819 und ein Jahr später ihr Bruder Etienne.

Im Juni 1827 wurde die Malerin ein Mitglied der „Académie de Vaucluse“ und 1835 veröffentlichte sie den ersten Band ihrer Memoiren. 1837 folgten der zweite und der dritte Band.

Nach einen Schlaganfall 1841 behielt Vigée eine dauerhafte Lähmung, allerdings starb sie vermutlich an Arteriosklerose am 30. März 1842.

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